Präsentation

Padua wird durch zwei Elemente charakterisiert: Steine und Wasser

Die Stadt wird im Norden vom Fluss Brenta und im Süden vom Bacchiglione begrenzt. Padua ist einerseits in einem weitverzweigten Netz von Flüssen und Kanälen eingebettet, das es mit einem großen Teil des Veneto verbindet, andererseits kann sich Padua zahlreicher Kirchen und historischer Gebäude rühmen.
Einstmals lief der gesamte Flusshandelsverkehr von Vicenza nach Venedig über Padua und mündete im Piovego-Kanal. Mittels diesen Kanals konnten Adelige und Patrizier ihre Landsitze an der Euganeischen Riviera erreichen. Die Schleusenkammer der Porte Contarine erlaubte den Zugang zu zwei Wasserläufen, zum einen zum Naviglio Interno aus dem Süden, zum anderen zum Piovego.

Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts wurden allmählich viele Kanäle – und in den 50er Jahren der Naviglio Interno – unterirdisch verlegt. Erst seit der unlängst erfolgten Rückgewinnung sind einzelne Wasserwege, auch entlang der Mauer aus dem 16. Jahrhundert, für den Bootsverkehr wieder zugänglich gemacht worden.
Die beiden hier beschriebenen Wege beginnen bei dieser Mauer aus dem 16. Jahrhundert und verfolgen das alte Erscheinungsbild der Stadt, das reich an Brücken und Kanälen war, die wiederum die Basis für die wirtschaftliche und soziale Organisation der Stadt darstellten. Der Unterschied zwischen der alten Stadt und der modernen Umgestaltung aufgrund veränderter Erfordernisse zeigt auf beeindruckende Weise die Dynamik Paduas.

An dieser Stelle wollen wir uns bei der Städtischen Bibliothek Padua bedanken, die uns freundlicherweise Fotos aus dem Archiv zur Verfügung stellte.

Padova, Juni 2018
Lions Club Padova “Antenore” APS
Giuseppe Bertolini Presidente 1988 – 1989
Armando De Crescenzo Presidente 2017 – 2018

ERSTER RUNDWEG (UNGEFÄHRE DAUER: 2 STUNDEN)

Entlang des ehemaligen Naviglio Interno, Kanal S.Chiara, Kanal Alicorno, ehemaligen Kanal Acquette, Naviglio Interno.

Straßen: Riviera dei Ponti Romani, Riviera Tito Livio, Via Gualchiere, Riviera Ruzzante, Riviera Businello, Via L. Belludi, Via Donatello, Prato della Valle, Vicolo Bristot, Via Acquette, Via Seminario, Riviera Tiso da Camposampiero, Piazza Accademia Delia.

Auf diesem Rundweg können die Reste des internen Wassernetzes nach der unterirdischen Verlegung des Naviglio (1957-60) und die nicht mehr und immer noch verwendeten Brücken entdeckt werden.

HIER DER RUNDWEG

1. Ehemalige Brücke Ponte della Stua

Ausgehend von der Riviera dei Ponti Romani, wo der rechte Arm des Bacchiglione oder Naviglio Interno floss, kann man die Reste der ehemaligen Bücke Ponte della Stua in der Unterführung sehen, die in der Piazza Eremitani mündet. Der Name der Bücke könnte von den nahen öffentlichen Bädern kommen, wobei die “stue” (Glut) zur Heilung der Kranken eingesetzt wurde, oder vom großen Brand 1390, als Novello da Carrara die Stadt der Visconti wiedereroberte und an dieser Stelle einzog. Die Brücke wurde 1908 zerstört.

2. Ehemalige Brücke Ponte Altinate

Wenn man die Riviera dei Ponti Romani weitergeht, kommt man zur ehemaligen römischen Brücke Ponte Altinate (50-40 v. Chr.) mit drei Bögen. Porta Altinate ist eine der vier Haupttore der Stadt, neben Porta Ponte Molino, S. Giovanni delle Navi und delle Torricelle.

3. Ponte del Portello

Immer in der Riviera dei Ponti Romani, auf der Höhe der Via Anghinoni, gab es die Brücke des Portelletto. Die Brücke wurde 1281 in Stein gebaut, 1687 auf Wunsch der Familie Barbarigo in Holz wiedererrichtet. Von hier aus fuhr das Schiff mit der Post ab, die Reise dauerte zirka 8 Stunden bis Venedig.

4. Ponte del Faleroto

Auf der Höhe der Kreuzung zwischen Riviera dei Ponti Romani und Via Cesare Battisti wurde der Naviglio Interno von der heute nicht mehr existierenden Brücke Ponte del Faleroto überquert, die römischen Ursprungs war. Der Name Faleroto oder Falarotto oder Fallegrotti kommt von von einer Familie, die ein Haus mit „falerae“ hatte, d.h. eines mit niedrigen Mauern.

5. Ponte S. Lorenzo

All’altezza del Auf der Höhe des zentralen Universitätsgebäudes, dem Bò, gab es die Brücke Ponte S.Lorenzo, die den Namen von der Kirche hatte, die damals gleich neben dem Grab des Antenore stand. Ursprünglich römischen Ursprungs (40-30 v.Chr.) wurde die Brücke 1281 wiederaufgebaut. Heute sind noch die Reste der römischen Brücke zu sehen, drei Bögen, 43,4m lang und 8,6m breit.

6. Ponte delle Torricelle

Wenn man der Riviera Tito Livio und dann der Riviera Ruzzante bis zur Kreuzung mit der Via Roma entlanggeht, kommt man zur Ponte delle Torricelle. Die Brücke hat ihren Namen von den Türmen des Palazzo Piccavera oder Forzaté, die 1237 von Ezzelino zerstört wurden.

7. Unterführung Delle Gualchiere

Wenige Schritte entfernt gibt es die Unterführung Delle Gualchiere, wo der heute überdachte Kanal Mühlen und Maschinen antrieb. Der Ort hieß auch Opifizio dei mulini (Mühlenwerkstatt), da es dort bis 1217 Mühlen gab.

8. Ponte della morte

Wenn man weitergeht, kommt man über die Ponte della Morte (Todesbrücke) zur Riviera Businello, dabei überquert man den Businello oder S.Chiara Kanal. Der Ursprung des Namens ist ungewiss: entweder, weil die Brücke in der Nähe des S.Daniele Friedhof liegt oder weil die Stadt auf der Brücke Mörder hinrichten ließ.

9. Orto Botanico

Via Belludi und Via Donatello überquerend kommt man zum Botanischen Garten, wo der Kanal Alicorno in den Naviglio Interno fliesst, der aus dem Bacchiglione gespeist wird, der seit 1230 für das Kloster S. Giustina geöffnet wurde. Damals wurden viele Kanäle für Klöster, Mühlen und Werkstätten, Gärten und Kräutergärten eingeleitet. Die Brücke Ponte del Maglio (Ramme) heißt so, weil der Businello Kanal zuerst eine Ramme, wo Metall gehämmert wurde, dann eine Mühle und schließlich ein Mahlwerk speiste. Sie führt zum Botanischen Garten, dem ältesten universitären botanischen Garten der Welt, der 1545 von Francesco Bonafede gegründet wurde.

10. Ponte dei Papi

Auf dem Platz Prato della Valle liegt die Isola Memmia, die sich in der Mitte des Prato befindet und die vom Architekten Domenico Cerato auf Willen von Andrea Memmo Ende des 18. Jh.s errichtet wurde. Die kleine Insel wird von einem Kanal mit Wasser vom Bacchiglione umgeben, das unterirdisch von der Bastei S. Croce kommt und auf der Höhe der Brücke Ponte dei Papi, auf der 4 Papststatuen stehen, rausfließt. Die anderen drei Brücken heißen Ponte dei Dogi oder Antenore, Ponte del Teatro und Ponte Amulio und sie wurden alle zwischen 1785 und 1794 gebaut.

11. Via Acquette

Von Prato della Valle bis Via Acquette kann man den Verlauf des heute überdeckten Kanals Canale Olmo oder Acquette, nachvollziehen. Dieser hatte seinen Ursprung im Tronco Maestro des Bacchiglione und wurde 1218 für das Kloster S.Maria in Vanzo eröffnet, floss dann weiter in Via S.Daniele, unter der Ponte dei Mulini des Prato della Valle und endete im Kanal S.Chiara.

12. Ponte S. Gregorio Barbarigo

Wenn man die Via Seminario und Via Tiso da Camposampiero nimmt, kommt man zur Brücke Ponte S. Gregorio Barbarigo, die einmal Ponte Ostinato aufgrund eines gewaltsamen Zusammenstoßes mit dem Tyrannen Ezzelino hieß. Gregorio Barbarigo, der aus einer bedeutenden venezianischen Familie stammte, war zunächst Bischof Paduas, dann Kardinal. 1671 gründete er das Seminar, dann eine Bibliothek und Typgraphie. Die Brücke wurde 1210 in Holz errichtet, 1489 in Stein und 1717 wiedererrichtet, so wie wir sie heute sehen können.

13. Ponte dell’Osservatorio

Nach der Riviera Tiso da Camposampierso kommt man zur Piazza Delia, wo seit 1608 die Accademia d’Armi ihren Sitz hatte und die dann 1801 eine Reitschule wurde. Die Brücke Ponte dell’Osservatorio geht über den Canale delle Torricelle und danach kommt man zur Specola. Die Türme wurden dem Architekten Egidio Zilio von Ezzelino in Auftrag gegeben und als Gefängnisse verwendet. 1777 wurden sie in eine astronomische Sternwarte umgewandelt. Auch die Brücke wurde 1806 erneuert.

ZWEITER RUNDWEG (UNGEFÄHRE DAUER: 1,5 STUNDEN).

Entlang des Tronco Maestro

Straßen: Piazza Accademia Delia, Riviera Paleocapa, Riviera S. Benedetto, Riviera Mussato, Via Tolomei, Vicolo Ponte Molino, Passeggiata del Carmine, Via del Carmine, Via Giotto, Via Matteotti, Largo Europa.

Der Rundweg beginnt entlang des Bacchiglione, der zwischen Specola und Carmine entlang des alten Flussbett der Brenta fließt. Er wird durch die Riviere charakterisiert, die durch zahlreiche Brücken verbunden und von mittelalterlichen Mauern gesäumt sind.

HIER DER RUNDWEG

1. Ponte Paleocapa

Von der Piazza Accademia Delia (Rundweg 1-13) kommt man in die Riviera Paleocapa, nachdem man die Ponte Paleocapa überquert hat. Den Namen hat sie vom Ingenieur Pietro Paleocapa, der zwischen 1850 und 1863 am Bassanello den Canale Scaricatore aushob, um einen Teil des Wassers des Bacchiglione abzuführen und die Stadt vor den ständigen Überschwemmungen zu schützen.
Die Brücke wurde 1191 in Stein unter dem Namen Ponte S.Michele von der Republik Padua gebaut, dann von der Republik Venedig zerstört und 1780 wiederaufgebaut. Schließlich wurde sie 1900 durch eine eiserne Brücke ersetzt und bekam den Namen Ponte Paleocapa.

2. Ponte Sant’Agostino

Wenn man weitergeht, kommt man zur Ponte S.Agostino, die in der Nähe der Kirche S.Agostino errichtet und 1819 zerstört wurde. Die Brücke hat einen einzigen Bogen und wurde zunächst in Holz und 1522 in Stein gebaut. Neben der Brücke gab es bis 1600 die Porta S.Tommaso.

3. Ponte San Giovanni delle Navi

Entlang des Tronco Maestro kommt man zur Ponte S.Giovanni delle Navi, die römischen Ursprungs ist und die 1285 wiedererrichtet wurde. Hier kamen Schiffe mit Waren aus Este und Monselice an und in der Nähe des Palazzo della Dogana wurde den Domherren die Steuer gezahlt, da diese die Besitzer des Flusses waren. Nach der Brücke beginnt die Riviera S.Benedetto.

4. Ponte Tadi

Schließlich kommt man zur Brücke, deren Straße nach Vicenza führte und die den Namen einer alten paduanischen Familie trägt, die seit 1088 in Padua ansässig ist. Römischen Ursprungs wurde die Brücke 1300 wiederaufgebaut.

5. Ponte di ferro

Wenn man weitergeht, kommt man zur Ponte di Ferro, die eine Fußgängerbrücke ist und die im Mittelalter in Holz und 1551 in Stein gebaut wurde. Aus 1881 stammt die heutige Version, die von der Gießerei Rocchetti gemacht wurde. Sie führt in die Via Patriarcato, die in einem Viertel liegt, das 1220 für arme Familien gebaut wurde.

6. Ponte San Leonardo

Nach der Ponte di Ferro geht man den letzten Teil der Riviera Mussato entlang und kommt zur Ponte Leonardo. 1140 erstmals gebaut, 1283 wiedererrichtet und 1467 restauriert, befindet sich die Brücke in der Nähe der ehemaligen S.Leonardo Kirche.

7. Ponte Molino

Wenn man die Via Tolomei weitergeht, kommt man zur Ponte Molino, die römischen Ursprungs ist (40-30 v.Chr.) und die 5 Bögen hat, 50,4m lang und 9,2m breit ist. 1300 gab es dort 34 Getreidemühlen, 1700 nur noch 24, die letztendlich 1883 abgeschafft wurden. Am Ende des 19. Jh.s arbeiteten an der Brücke Wäscherinnen.

8. Ponte del Carmine

Nach der Ponte del Carmine, oder dei Pelletieri, die 1773 von den Carraresi gebaut wurde und die den Namen von den Lederfärbereien (Pellettieri) bekam, fliesst der Canale Bovette in denTronco Maestro. 1895 zugemauert, war der Kanal von Alberto da Caligine errichtet worden. Er begann in der Nähe der Ponte S.Leonardo, floss entlang der Chiesa del Carmine, überquerte die Via Beato Pellegrino und endete an der Ponte delle Grade del Carmine. Der Name Bovetta kommt von „Bova“ oder „Bovolo“ (Wirbel), weil das Wasser wirbelreich war.

9. Ponte delle Grade del Carmine

Die Ponte delle Grade del Carmine verbindet Via Giotto mit Via del Carmine. Sie wurde als eine Fortsetzung der Mauern aus dem 16.Jh. gebaut und wurde 1788 teilweise rekonstruiert.

10. Conca delle Porte Contarine

Nach der Via Giotto kommt man zur Conca delle Porte Contarine (Schleusenkammer), wo der Piovego beginnt. Dieser wurde 1204 angelegt, um eine direkte Verbindung nach Venedig zu garantieren. Vom äußeren Flusshafen oder Portello fuhren die „Burchielli“ mit Passagieren oder Waren nach Venedig. Die Reise begann um Mitternacht und dauerte bis 8 Uhr morgens. Nachdem der Kanal auf den Gründen der Contarini gegraben worden waren, wurden 1283 unterstützende Tore und 1526, auf Wunsch von Jacopo Dondi dell’Orologio, die Schleusenkammern gebaut. Diese basieren auf der Erfindung Leonardo da Vincis nämlich auf der Veränderung des Wasserstands. Das Oratorium mit dem 1723 errichteten Turm ist der Madonna der „barcari“ (Schiffsfahrer) gewidmet.

11. Riviera Mugnai

Ganz nahe ist die Riviera Mugnai, die ehemals Riviera della Punta (Spitze) hieß, wegen ihres spitzen Winkels, den der Kanal hatte, bevor er in die Porte Contarine floss. In diesem Abschnitt sieht man am besten die massiven Veränderungen, die natürlich oder aus der Urbanisierung entstanden: zwischen 1957 und 1960 wurde der Kanal unterirdisch verlegt, Riviera Beldomandi verschwand, Via Conciapelli, Via Brancaleone, Via della Punta und Via S. Tomio (Tommaso) und der östliche Teil der Riviera Mugnai wurden durch Largo Europa, Piazzatta Sartori und Piazza Conciapelli ersetzt.

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